Quelle: https://www.huffingtonpost.de/entry/ende-von-walhaltung-bedeutet-ruckschritt-fur-walrettung_de_5a6dc5d6e4b006be66080f2d

Urlauber haben am Papamoa Beach einen Schwertwal zurück ins Meer geschoben und das Video dieser „Rettung“ wurde in den Sozialen Medien geteilt. Unabhängig von diesem speziellen Fall, ist so ein Verhalten aber generell nicht nachahmenswert. Wer gestrandete Wale findet, sollte zuerst die Behörden verständigen, dass Experten sich um das Tier kümmern. Der Laie, der das Tier findet, sollte es feucht halten und auf das Eintreffen von Experten warten – nur die können abschätzen, was für das Tier das Beste ist.

Man muss bedenken, dass, während die „Retter“ nun Aufmerksamkeit und ein paar Klicks abgreifen, das Schicksal des Tieres erstmal ungewiss ist; deshalb ist das Hinzuziehen von Experten ja so wichtig und sinnvoll. Wale einfach zurückschieben ist sehr kurzfristig gedacht.

 

Kuriose Rezeption

Delfinariengegner feiern nun diese Aktion – mit einem Hinweis auf Orca-Dame Morgan. Ein völlig anderer und unvergleichbarer Fall, aber diese „Rettung“ zur Propaganda gegen professionelle Walrettung genutzt. Was die Urlauber am Papamoa Beach gemacht hätte, wäre ja so viel besser, wird da jubiliert. Fest steht allerdings: Hätte man Morgan einfach ins Meer gebracht, wäre sie heute tot. Es zeigt, wie tierverachtend und realtätsfern diese Verbreitung von Hass auf Delfinarien ist.

 

Morgan lebt heute gesund mit ihrer neuen Familie, in der sie bestens integriert ist. International anerkannte Experten haben befunden, dass ihre Rettung nicht nur geglückt, sondern das Tier auch hervorragend gehalten wird. Mensch und Tier im Orca Ocean haben sich auf ihr Handicap eingestellt, sodass sie gesund und glücklich leben kann. Aktuell ist sie sogar schwanger.

Delfinariengegner aus der Tierrechtsszene stehen allerdings für das Credo: „Better dead than fed“. Zu Deutsch: „Besser tot als gefüttert.“ Ein grausames Motto für eine Tierrechtsindustrie, die von manchen Medien immer noch als Tierschützer missverstanden und sogar so bezeichnet werden. Ein solches Motto hat aber mit Tierschutz rein gar nichts zu tun, sondern vielmehr mit Tierhass.

Professionelle Walrettung dank Walhaltungen erst möglich

Nur dank moderner Walhaltungen kann mal Wale professionell retten. In den Einrichtungen wurden grundlegende Forschung und Erfahrungsgewinnung erst möglich, die eine schnelle Anamnese und Therapie für in Not geratene Wale ermöglicht. Zudem ermöglichen sie eine langfristige Unterbringung für Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können.

Leider gibt es schon Beispiele, was mit gestrandeten Tieren passiert, wenn keine professionelle Walhaltung rechtlich möglich oder in der Nähe ist, die Tiere aufnehmen und gesundpflegen können. Die Experten haben dann nur eine Frage zu beantworten: Kann das Tier ein ins Meer zurückschieben überleben? Wenn die Frage mit „Nein“ beantwortet wird, kommt es zur Tötung des Tieres, um ihm sinnloses Leid durch ein qualvolles Ende im Meer zu ersparen. Diese Einschläferung aber wäre nicht nötig, wenn eine professionelle Walhaltung in der Nähe wäre, die das Tier rehabilitieren und dann eventuell sogar wieder auswildern könnte.

Das erleben wir gerade in den Niederlanden: Nach der Schließung der Rettungsstation in Harderwijk, ist die Situation alles andere als verbessert. Meeresakrobaten berichtet: „Gestrandete Schweinswale müssen nun vor Ort eingeschläfert werden oder sie werden ohne medizinische Beobachtung direkt ins Meer zurückgebracht, falls ein Expertenteam diese Maßnahme für aussichtsreich erachtet.“ In Großbritannien ist das seit der Schließung der Delfinarien genauso und aktuell droht es auch in Kanada so zu werden, wenn Delfinariengegner politisch durchkommen.

Rückschritt für die Walrettung

Das Schließen professioneller Haltungen ist ein Rückschritt für die Rettung der Wale und somit den aktiven Tierschutz. Jahrzehntelang hat man sich darum bemüht, zum Beispiel in Kanada, immer professioneller Wale retten zu können. Menschen haben ihr Leben der Rettung dieser Tiere gewidmet und hart dafür gearbeitet, immer besser zu werden, damit man immer mehr erfolgreich retten kann. Tierrechtler bzw. Delfinariengegner arbeiten nun dagegen und wollen jede, auch die artgemäße, Haltung dieser Tiere verbieten. Dieses Vorgehen zerstört nicht nur jahrelange Arbeit zum Wohl der Tiere, sondern auch ganz direkt das Leben von Tieren, die eigentlich eine Chance haben würden, wenn sie nicht im „falschen“ Land stranden.

Ohne professionelle Walhaltung geht es zurück in die Steinzeit der Walrettungen: Zurückschieben oder direkt Umbringen. Zurückschieben aber nur bei einer Überlebenschance, was in der Praxis bedeutet, dass mehr Tiere sterben – auch die, die noch eine Chance hätten. Das ist einfach nur grausam: Man hat die Chance, diese Tiere zu retten, aber darf es nicht, weil die tierverachtende Ideologie von Tierrechtler in die Gesetzgebung Einzug gehalten hat.

Wer Organisationen spendet, die gegen Ozeanarien, Aquarien und Delfinarien sind, spendet auch für den Tod von eben solchen Tieren, die noch eine Chance hätten.

Nicht alle Tiere können ausgewildert werden

Zur Wahrheit gehört es auch, dass nicht alle Tiere, die gerettet und in professionelle Menschenobhut gebracht werden, ausgewildert werden können, weil sie entweder versterben oder die Behörden, nach Prüfung des Falls, keine Auswilderung erlauben (wie etwa im Fall Morgan). Trotzdem war es richtig, diese Tiere zu retten und alles zu probieren, dass sie überleben. Manchmal sind die Verletzungen oder Spätfolgen einfach zu stark, dass die Tiere nicht überleben oder ihre Rehabilitation zu lange dauert, dass sich das Zeitfenster für eine Auswilderung schließt.

Diesen Tieren aber nicht zu helfen, wäre unterlassene Hilfeleistung. Deshalb ist die Haltung der Tierrechtler auch so heuchlerisch: Man will Walen menschengleiche oder -ähnliche Rechte verleihen, aber gesteht ihnen nicht mal das Recht auf (Über-)Leben zu. (Gemäßigtere Kräfte wollen Tierrettung, aber danach eine, durch Zuchtverbot und/oder mangelnde Gesellschaft von Artgenossen oder -verwandten, nicht artgemäße Haltung, was den Tieren letztlich Grundbedürfnisse entzieht und so aufs Gleiche rauskommt: den Tieren wesentliche Rechte nicht zu geben.)

Tierrechtler argumentieren, der Tod wäre besser als ein Leben in „Gefangenschaft“. Nun leben Tiere in modernen Haltungen erstmal überhaupt nicht in Gefangenschaft, aber wichtig ist doch auch die Frage, wer Tierrechtler zum Entscheider über Leben und Tod erhoben hat. Die Anmaßung zu wissen, dass Tiere lieber Tod wären als in Menschenobhut, ist vor allem für die Tiere schädlich. Es gibt nicht den leisesten wissenschaftlich beschriebenen Hinweis darauf, dass Tiere so handeln würden (, was Delfinariengegner nicht daran hindert sich Ammenmärchen auszudenken – wie etwa das von Ric O’Barry, wo einem Delfin, der an einer schweren Krankheit verstarb, ein Selbstmord angedichtet wird).

Obgleich nun aber nicht jede Auswilderung gelingt, sind die Zahlen doch sehr positiv. 2015 wurde von SeaWorld veröffentlich, dass von 486 Cetaceen, bei denen die Experten zur Hilfe bei der Rettung gerufen wurden, nur neun vom NOAA Fisheries als nicht auswilderungsfähig erklärt wurden: fünf Große Tümmler und vier Pilotwale. Einer der Großen Tümmler ist sehr bekannt: Winter. Sie wäre nicht mehr am Leben, wenn es keine professionelle Walhaltung und Walrettung geben würde.