Wieder einmal erfüllt Loro Parque sein Versprechen, die Forschung zu unterstützen, indem er die ersten nicht-invasive Markierungsmethoden an Meeressäugern erprobte. Dafür legte das Team von Orca Ocean in einem mehrwöchigen Prozess einen ausgefeilten Gürtel um die Schwanzwurzel von Orcamännchen Keto.

Diese erste Pionierstudie wurde im OrcaOcean durch ein isländisch-dänisches Wissenschafts-Team durchgeführt, um die Möglichkeit einer nicht-invasiven Markierung für die Freilandforschung zu erproben und sicher zu stellen, das keine Verletzungen auf der Haut der Tiere entstehen. Endziel der aufwendigen Forschungsarbeit ist die sichere und tierverträgliche Anwendung bei den im Ozean lebenden Buckelwalen.

Das Verfahren wird durch ein Gürtelsystem, das am Schwanz der Tiere angebracht wird, realisiert. Der Gürtel ist mit einem Empfangsgerät für Daten aller Art ausgestattet und liefert den Forschern bedeutende Informationen, wie etwa über die ausgedehnten Wanderungen der Wale, ihre Echoortung und über ihr Verhalten bei der Nahrungsaufnahme. Auch werden die spektakulären Sprünge der Tiere aufgezeichnet.

Ausserdem werden ozeanographische Daten über das marine Ökosystem entnommen und verarbeitet, die für die Bewertung des Klimawandels von großer Bedeutung sind. Es geht langfristig darum, ein weltweites Sensorsystem, mit Hilfe der an den Buckelwalen angebrachten Apparaturen zu installieren, das nicht nur Aufschluss über die Biologie der Tiere gibt, sondern gleichfalls globale Klimainformationen liefert.

Die Resultate nach dem Test an dem Orca “Keto” sind sehr zufriedenstellend ausgefallen: Es gab keine Probleme an der Haut des Tieres und es zeigte sich auch, dass die Bewegungsfreiheit bei den Walen durch die Markierung nicht eingeschränkt wird. Das flexible Material erlaubt es dem Wasser hindurchzugleiten und Reizungen zu vermeiden.

Nach erfolgreicher Verifizierung des Tests im Loro Parque, werden die nordischen Forscher diese Markierungsmethode an zwei Buckelwalen in Island anwenden. Die dadurch gewonnenen Informationen werden zu weiteren Erkenntnissen über die Wanderungen der Meeressäuger, beitragen.

Sowohl der stellvertretende Direktor der Loro Parque Fundación und Meeresbiologe Dr. Javier Almunia, als auch der Verantwortliche für OrcaOcean, Rafael Sánchez, bewerten diese nicht invasive Methode als weitaus tierverträglicher, als die herkömmliche Methode, bei der den Tieren mit einer Harpune die Markierungen unter der Haut angebracht werden. Dies ist natürlich unangenehm für die Wale und kann zu schwerwiegenden Verletzungen führen.

Ohne derartige Tests mit zahmen Walen unter kontollierten Bedingungen wäre die aufwändige Entwicklung einer solchen nicht invasiven Methode kaum möglich. Somit tragen die Orcas aus dem Loro Parque einmal mehr zur wissenschaftlichen Entwicklung und zur Gewinnung wichtiger Daten und Erkenntnisse, die nicht zuletzt für das Wohlergehen ihrer in der Natur lebenden Verwandten von größter Bedeutung sind, bei. In diesem Sinne sind sie die wahren Botschafter ihrer Art und ihrer Artverwandten in der Natur!