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Ein Forscher des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) untersucht im Loro Parque die physiologischen Anpassungen trächtiger Orcas

In einer für die Meeresforschung bahnbrechenden Entwicklung hat ein Team von Wissenschaftlern das Elektrokardiogramm eines Orca-Weibchens in den letzten Wochen der Trächtigkeit erfolgreich aufgezeichnet. Die im Loro Parque in Zusammenarbeit mit dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Frankreich durchgeführte Studie bietet eine noch nie dagewesene Möglichkeit, die physiologischen Anpassungen dieser Wale in einer für den Artenschutz kritischen Phase zu analysieren.

Die von Angelo Torrente, einem Wissenschaftler am CNRS, geleitete Forschung zielt darauf ab, die kardiovaskulären Veränderungen bei trächtigen Orcas zu entschlüsseln. Mithilfe eines nicht-invasiven experimentellen Systems haben Forscher beispiellose Daten über die Herzgesundheit von Morgan, einem Orca-Weibchen in einem fortgeschrittenen Stadium der Trächtigkeit, gewonnen. Die Ergebnisse sollen unser Verständnis der metabolischen und energetischen Herausforderungen verbessern, mit denen diese Tiere in dieser entscheidenden Phase ihres Lebenszyklus konfrontiert sind.

Eine einmalige Gelegenheit für die Wissenschaft

Die Möglichkeit, einen trächtigen Orca in einer kontrollierten Umgebung zu studieren, ist eine außergewöhnliche Chance für die Wissenschaft. Diese Studie wirft nicht nur Licht auf die physiologischen Anforderungen der Trächtigkeit bei Walen, sondern könnte auch wichtige Erkenntnisse über die fötale Entwicklung liefern. Insbesondere wollen Forscher herausfinden, ob die Tauchanpassungen, die es den Orcas ermöglichen, ihre Herzfrequenz freiwillig zu reduzieren, auch auf den Fötus im Mutterleib übertragen werden.

„Diese Studie ist ein deutliches Beispiel dafür, wie die Pflege von Walen in spezialisierten Einrichtungen wissenschaftliche Durchbrüche ermöglicht, die in freier Wildbahn unmöglich wären“, erklärt Javier Almunia. „Die Aufzeichnung des Elektrokardiogramms eines trächtigen Orcas gewährt uns beispiellose Einblicke in seinen Stoffwechsel und den für eine erfolgreiche Trächtigkeit erforderlichen zusätzlichen Nährstoffbedarf – ein wesentlicher Faktor, um das Überleben wild lebender Orca-Populationen in Zeiten knapper Nahrung zu sichern.“

Wichtige Fortschritte für den Tier- und Naturschutz

Die Zusammenarbeit zwischen Loro Parque und dem CNRS unterstreicht den Wert der angewandten Wissenschaft für den Tierschutz und die Erhaltung von Tierarten. Die Studie zeigt, wie in kontrollierter Umgebung durchgeführte Forschung dazu beitragen kann, wichtige Fragen zur Biologie gefährdeter Meerestierarten zu beantworten und gleichzeitig zu deren Schutz beizutragen.
„Die Möglichkeit, das Herz eines trächtigen Orcas zu untersuchen, stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Meeresforschung dar“, so Angelo Torrente. „Solche Forschungen verbessern nicht nur unser Verständnis dieser Tiere, sondern legen auch den Grundstein für künftige Anwendungen bei der Erhaltung und Bewirtschaftung von Wildpopulationen.“

Mit dieser bahnbrechenden Studie bekräftigt der Loro Parque sein Engagement für die wissenschaftliche Forschung und den Schutz der Wale und liefert ein wertvolles Modell für die Meeresforschung und den Artenschutz.